Die Kinder wurden vorher zu Beginn des Projekts von den Mitarbeitern in 3 verschiedene "Indianerfamilien" aufgeteilt. Dabei achteten sie besonders darauf, dass die Familien in Bezug auf Geschlecht, Alter, Wohnsitz, Familienstruktur (Geschwister) und Freunde möglichst heterogen waren. Zusätzlich wurde auf die unterschiedlichen Charaktere und Talente der Kinder geachtet, damit körperlich und kreativ unterschiedliche Menschen zusammen kamen und sich gegenseitig ergänzten. Durch die Heterogenität der Gruppe öffneten sich die Mitglieder nach außen und für neue Eindrücke und Bekanntschaften, Akzeptanz und Toleranz wurden gefördert.
Die Familien bestanden aus ca. 8 - 10 Kindern, sie gaben sich am ersten Tag einen gemeinsamen Namen, der sie durch die Woche begleitete. Während des Projektes wechselten die Familien jeden Morgen geschlossen den Workshop. So durchliefen sie an 3 Tagen alle 3 Workshops und hatten am vierten Tag zum
"Fest der großen Mutter Sonne" alle die gleiche Festkleidung.
 

In der indianischen Kultur hat die Namensgebung eine viel stärkere Bedeutung als in der deutschen Kultur. Jeder Name steht in direktem Zusammenhang mit den Eigenschaften, Erlebnissen oder Merkmalen des jeweiligen Trägers. Viele indianische Stämme gaben ihren Kindern entgegen der weitläufigen Meinung nur einmal im Leben einen Namen, den der Träger bis zum Tode behielt. Der tatsächliche Name war so wichtig für den Stamm, dass er auch nach dem Tod des Trägers lange nicht mehr verwendet wurde.

Natürlich gehören zu einem richtigen Indianerlager auch indianische Namen für Mitarbeiter und Kinder. Damit wird das Zugehörigkeitsgefühl der Kinder in der Gruppe gefördert. Spannend war dabei die Überlegung, ob die Kinder und die Mitarbeiter es schafften die Namen, immerhin fast vierzig, zu lernen und anzuwenden. Die Namen der Teilnehmer wurden von ihnen selbst am Anfang des Projektes ausgesucht.
Die Familien vom "Stamm der Donnervögel vom großen Berg" gaben sich die Namen "Rosenvögel", "Donnernde Steine" und "Grüne Feder".


Mädchen nannten sich "Heller Mond", "Rosa Feder" oder "Lustiger Falke". "Winnetou" und "Megadrache" waren kriegerische Jungennamen. Aber auch ironische Name wie "Brauner Elefant" oder "Kleiner Waschbär", den sich der Jüngste in der Runde selbst gab, waren beliebt. Einige nannten sich nach ihren Lieblingstieren und deren Eigenschaften, andere nach besonderen körperlichen Vorzügen. Tiernamen in Verbindung mit Farben oder Eigenschaften waren besondern beliebt, was für einige Verwirrung sorgte. Innerhalb kürzester Zeit mussten immerhin 38 neue Namen gelernt werden.


   
 

compwerk.de 2003.10 * Indianerlager auf dem Gräselberg vom 14. bis 17. April 2003